Krypto Staking und Staking Steuern in Deutschland einfach erklärt (2022 Update)

Krypto Staking Steuern in Deutschland

Krypto Staking bietet Kryptoanleger*innen eine attraktive Einnahmequelle und ist nicht zuletzt aufgrund des 2022 bevorstehenden Ethereum Merge brandaktuell. In diesem Artikel erfährst du, welche Staking Steuern du in Deutschland zahlst und die neuesten Änderungen bei Staking Rewards durch das BMF Schreiben zu Kryptowährungen.

Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen geraten aufgrund des hohen Energieverbrauchs von Proof of Work (PoW) zunehmend in Kritik. Bereits in der ersten Blockchain-Welle war Ethereum wahrscheinlich das wichtigste Kryptoprojekt, das mehr Möglichkeiten als die Ursprungs-Kryptowährung Bitcoin bot. Allerdings war auch Ethereum an den energieaufwendigen Proof of Work Mechanismus gebunden. Das will das Entwicklerteam der dezentralen Ethereum Blockchain mit dem für 2022 geplanten Ethereum Merge zu Ethereum 2.0, das auf dem Proof of Stake Mechanismus basiert, ändern.

Was ist Proof of Stake?

Proof of Work und Proof of Stake haben dasselbe Ziel: einen Konsensmechanismus, der die Daten auf der Blockchain sicherstellt. Der Konsensmechanismus ist das zentrale Sicherheitselement einer dezentralen Blockchain, das die Vertrauenswürdigkeit von unzuverlässigen Knotenpunkten gewährleistet. Wie die Entlohnung dafür funktioniert und was entlohnt wird, unterscheidet die beiden Mechanismen grundlegend und damit deine Möglichkeiten, dich zu beteiligen und Einkünfte zu erzielen.

Im Gegensatz zu Proof of Work, der auch bei Bitcoin Anwendung findet, wird bei Proof of Stake keine Rechenleistung benötigt, um Transaktionen zu legitimieren. Nutzer*innen müssen bei Proof of Stake basierten Kryptowährungen einen unbestimmten Teil ihrer Coins überlassen, und dem Netzwerk als Sicherheit bereitstellen. Stell dir vor, du gibst eine Menge Coins wie in ein Schließfach, und kaufst damit das Recht, an der Konsensbildung mitzuwirken. Dafür erhältst du eine Entlohnung: Staking Rewards. Damit wurden die Kosten für Energie durch das Binden von Geld (wie auf einem Sparbuch) ersetzt, es gibt bei Proof of Stake weniger Verschwendung und das macht das Netz effizienter.

Sicherheit ist ein grundlegendes Element einer funktionierenden Blockchain. Die Sicherheit einer Proof of Stake Blockchain wird sichergestellt, in dem Nutzerinnen, die sich nicht an die Regeln halten, schlicht und einfach ihre Coins verlieren. Erwünschtes Verhalten wird belohnt, durch Staking Rewards für die Teilnahme an der Blockerstellung und regelwidriges Verhalten wird bestraft, durch den Verlust der hinterlegten Coins. Damit sind Teilnehmerinnen bestrebt im Sinn der Blockchain zu handeln und durch ihre Teilnahme gewährleisten sie die Sicherheit der Blockchain.

Für das Überlassen der Coins gibt es eine attraktive Entlohnung: Staking Rewards. Am Krypto Staking teilzunehmen kann sich durchaus lohnen und wird von immer mehr Anleger*innen genutzt, um ein Einkommen mit Kryptowährungen zu erzielen. Die entgeltliche Belohnung in Form von Staking Rewards erhältst du, wenn ein Block gefunden wurde. Die Wahrscheinlichkeit einen Block zu finden, hängt vorrangig von der Anzahl der Coins ab, die zur Verfügung gestellt werden. Abhängig vom Protokoll, an dem du dich beteiligst, fallen noch zusätzliche Faktoren ins Gewicht, wie etwa das Alter der gehaltenen Coins und Zufall.

Du kannst auf zwei Arten am Krypto Staking teilnehmen: aktiv und passiv. Staking unterscheidet sich dahingehend, ob du selbst an der Blockerstellung teilnimmst, oder ob du an einem Staking-Pool teilnimmst, ohne die Blockerstellung zu übernehmen. Ob du passiv oder aktiv stakst wirkt sich auf deine Staking Steuern aus.

Wie werden Staking Rewards besteuert?

Prinzipiell musst du Steuern zahlen, wenn ein Besteuerungsanspruch besteht. Dieser besteht bei Crypto Staking dann, wenn du deinen gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland hast. Ganz konkret werden Krypto Staking Rewards als sonstige Einkünfte aus Leistungen i.S.d. § 22 Nr. 3 EStG zum gewöhnlichen, individuellen Einkommensteuersatz besteuert. Dieser beträgt zwischen 0 % und 45 %, abhängig von der Höhe deines Einkommens. Details dazu findest du hier: Wie hoch ist die Kryptosteuer, dich ich bezahlen muss?

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Es gibt drei Voraussetzungen, unter denen du Staking Steuern zum individuellen Einkommensteuersatz zahlst:

  1. Du erhältst Staking Einkommen über der Freigrenze: € 256 pro Jahr.
    Krypto-Einkommen bis zu maximal € 256 pro Jahr, ist steuerfrei. Bitte beachte, dass zur Berechnung der Freigrenze dein gesamtes Krypto-Einkommen herangezogen wird, also auch Einkommen aus dem Mining, Lending, dem Betreiben einer Masternode und Airdrops gegen Gegenleistung. Zusätzlich handelt es sich um eine Freigrenze, keinen Freibetrag. Das bedeutet: bis zu einem Einkommen von € 256 sind deine Staking Rewards steuerfrei. Sobald du einen Euro darüber bist, also schon ab € 257, musst du den gesamten Betrag versteuern.

  2. Du verkaufst deine erhaltenen Staking Rewards innerhalb eines Jahres
    Krypto Anleger*innen in Deutschland profitieren von einer besonderen Steuerbegünstigung: nach dem du deine erhaltenen Coins versteuert hast, ist ein weiterer Wertzuwachs nach einem Jahr für dich steuerfrei.

    Dazu ein Beispiel:
    Du hast am 1.9.2022 0,5 ETH durch Ethereum 2.0 Staking erhalten. (Diese hast du bei Erhalt versteuert). Der Preis betrug € 2.100.
    A)
    Am 12.10.2022 verkaufst du 0,5 Ethereum für € 1.500 (ETH Preis: € 3.000)
    Verkaufserlös: € 1.500
    Anschaffungskosten: € 1.050
    Gewinn: € 450

    Du hast € 450 Gewinn durch die Wertsteigerung erzielt, den du versteuern musst, da du deine Coins innerhalb der einjährigen Haltefrist verkauft hast.

    B)
    Du erhältst wieder 0,5 Ethereum Staking Rewards am 1.9.2022, die du diesmal am 2.9.2023 für € 1.400 verkaufst (ETH Preis: € 2.800)

    Verkaufserlös: € 1.400
    Anschaffungskosten: € 1.050
    Gewinn: € 350
    Du hast € 350 Gewinn durch die Wertsteigerung erzielt, den du diesmal nicht versteuern musst, da du deine erhaltenen Coins länger als 365 Tage gehalten hast.

    3. Du betreibst passives Krypto Staking
    Die Unterscheidung zwischem aktivem und passivem Staking legt fest, ob du Staking Steuern zum individuellen Einkommensteuersatz zahlst, oder als gewerbliche Tätigkeit versteuerst.

    Das BMF Schreiben vom 10.05.2022 beschreibt passives Staking als Staking ohne Blockerstellung, bei dem du an einem Staking-Pool teilnimmst, deine Coins sperrst, jedoch dritten nicht überlässt. Einige Handelslattformen wie Kraken, Binance oder Coinbase bieten diese Möglichkeit an. Coins, die du so als Staking Rewards erhalten hast, musst du mit deinem individuellen Einkommensteuersatz versteuern. Einen Wertzuwachs kannst du später steuerfrei veräußern, wenn du die erhaltenen Coins länger als ein Jahr in deinem Besitz hast.

    Im Gegensatz dazu geht das BMF bei aktivem Staking (Forging), das ist Krypto Staking mit Blockerstellung, grundsätzlich von einer gewerblichen Tätigkeit aus. Das hat zur Folge, dass du Staking Coins, die du durch Forging erhalten hast, später nicht steuerfrei verkaufen kannst.

Die 10-Jahresfrist auf Crypto Staking wurde gekippt

Wenn du dich schon länger mit Kryptowährungen und Staking befasst, dann hast du bestimmt von der 10 Jahre Haltefrist für Staking Coins gehört.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Die 10-Jahresfrist auf Staking Coins ist vom Tisch. Mehr dazu findest du im BMF Schreiben zu Kryptowährungen.

Was stand dahinter? Ursprung der Diskussion über die Haltefristverlängerung war das Unternehmenssteuergesetz, das Steuersparmodelle, sogenannte Containerleasingmodelle, verhindern sollte. Bei diesen Modellen wurden Container aufgrund der steuerfreien Veräußerung nach einem Jahr, zu attraktiven Investitionsanlagen. Das Ausnützen der Steuerlücke sollte dadurch verhindert werden, dass Wirtschaftsgüter, durch deren Nutzung Einkünfte erzielt werden, nicht bereits nach einem, sondern erst nach 10 Jahren steuerfrei veräußert werden können.

Die Anwendung auf Kryptowährungen stand im Raum, wurde jedoch mit dem BMF Schreiben vom 10.05.2022 gekippt.

Alles, was du zu Cryptotax wissen musst, um dir das Leben im Cryptoverse zu erleichtern, findest du in unserem Krypto Steuerguide Deutschland.

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Haftungsausschluss: Die in diesem Blog-Beitrag bereitgestellten Informationen dienen nur der allgemeinen Information. Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen vervollständigt und erheben weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Genauigkeit. Für detaillierte Informationen zu Krypto-Regulierungen empfehlen wir, einen zertifizierten Rechtsberater im jeweiligen Land zu kontaktieren. Sollten Fragen auftauchen, können Sie uns gerne über unsere Social-Media-Kanäle kontaktieren.

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