Kryptosteuern 1×1 für Studenten

Du bist Student und investierst in Kryptos, aber hast dich noch nie mit der steuerlichen Komponente des Kryptotradings auseinander gesetzt? Dann wird es aber höchste Zeit! Vor allem als Student solltest du besonders darauf achten, deine Kryptotrades sauber nachvollziehbar zu dokumentieren, damit du nicht unwissentlich eine große Steuerlast aufbaust, so in die Steuerfalle tappst und vielleicht sogar deine Förderungen riskierst. Ein paar Regeln und Begriffe auf die du noch besonders achten solltest, haben wir dir in diesem Artikel zusammengefasst.

Behalte deine Steuerpflicht im Auge
Beim Traden von Kryptowährungen fallen nicht nur Steuern an, wenn Bitcoin in Euro, sondern auch, wenn Coins oder Token untereinander getauscht werden oder du z.B. Rewards aus Staking oder Lending erhältst. So kann sich unterjährig ohne du es mitbekommst eine Steuerschuld aufbauen. Werden die Steuern dann fällig und du hast keine Cash-Reserven, bringt dich das in eine missliche Lage.

Hier hilft ein tagesaktueller Überblick zu deinem Portfolio sowie der Haltedauer deiner einzelnen Coins, bereits während des laufenden Steuerjahres einen besseren Überblick über deine etwaige Steuerpflicht.

Abgabefristen beachten
Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2020 ist in Österreich der 30. Juni 2021. In Deutschland gilt dieses Jahr der 2. August 2021 (normalerweise der 30. Juli). Somit hast du grundsätzlich noch genug Zeit, um deine Steuererklärung 2020 fertig zu stellen, dennoch endet das Steuerjahr mit dem 31. Dezember und die erwirtschafteten Erträge können in Österreich nicht mehr verändert werden. In Deutschland ist ein Verlustnachtrag auch für den das unmittelbar vorangegangene Kalenderjahr möglich.

Darum ist es bereits jetzt wichtig, sich mit den steuerlichen Auswirkungen zu beschäftigen, um Verluste frühzeitig zu realisieren, um so die Steuerlast zu senken und/oder bereits die Liquidität sicherzustellen.

Hier erklären wir, wie Bitcoin & Co genau rechtlich in Österreich bzw. Deutschland behandelt werden.

Steuerregeln kennen und Freigrenzen nutzen
Für private Personen hängt die Versteuerung von virtuellen Währungen stark davon ab, ob ein Gewinn realisiert wurde und wie lange die Kryptoassets im eigenen Besitz waren. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich gilt, hält man seine Kryptos länger als ein Jahr gilt es nicht mehr als Trading und der dadurch resultierende Gewinn ist für Privatpersonen steuerfrei.
Selbes gilt jedoch auch für realisierte Verluste, welche nur im selben Jahr gegengerechnet werden können. Tauscht man seine virtuellen Währungen innerhalb eines Jahres gegen ein Produkt, eine Dienstleistung, in Euro oder in eine andere Kryptowährung um, so muss man die Anschaffungskosten dem Verkaufspreis gegenüberstellen.

Steuerfreigrenze Österreich:
Zusätzlich gibt es für Spekulationsgeschäfte eine Freigrenze von 440 Euro. Übersteigt dein jährlicher Gewinn aus Spekulationsgeschäften (unterjährigem Traden) nicht, sind diese steuerfrei. Wird der Betrag von 440€ jedoch überschritten, ist der Gesamtbetrag zu versteuern. Je nach Höhe des gesamten jährlichen Einkommens kann der progressive Steuersatz für Gewinne aus Spekulationsgeschäften für private Personen bis zu 55% betragen.

Beispiel Österreich (1): Einkommen: 8000€ +  Freigrenze 439€
Jan studiert in Wien und kellnert neben seinem Studium. Er verdient dabei jährlich 8000€ und bleibt damit mit seinem jährlichen steuerpflichtigen Gesamteinkommen unter 11.000 Euro. Er hat ein bisschen in verschiedene Kryptos investiert und kennt die Freigrenze von 440€. Jährlich entnimmt er seinem Portfolio genau den Betrag, so dass der jährliche Gewinn 439€ beträgt und bleibt auch hierbei steuerfrei. Sein Gesamteinkommen (auch Steuerbemessungsgrundlage genannt) beträgt in diesem Beispiel somit 8.439€ jährlich und bleibt somit gänzlich steuerfrei. Trotzdem ist es ratsam, eine genaue Portfolio-Dokumentation zu führen, da das Finanzamt auch einige Zeit später auf eine schriftliche Dokumentation der Transaktionen verlangen kann.

Beispiel Österreich (2): Einkommen: 10000€ +  Gewinn 3000€
Jan studiert in Wien und kellnert neben seinem Studium. Er verdient dabei jährlich 10000€ und bleibt damit mit seinem jährlichen lohnsteuerpflichtigen Gesamteinkommen unter 11.000 Euro. Er hat ein bisschen in verschiedene Kryptos investiert und möchte Teile seines Portfolios verkaufen um zusätzliche Ausgaben zu decken. Er entnimmt seinem Portfolio 3000€ an Gewinnen und übersteigt somit die Freigrenze von 440€. Nun beträgt sein steuerpflichtiges Gesamteinkommen 13.000€, da sich die Beträge addieren. Jan hat somit seinen Verdienst als Kellner als auch den Gewinn aus seinen Trades in seiner Steuererklärung anzugeben und richtig zu versteuern.

Steuerfreigrenze Deutschland:
Wird ein Wiederveräußerung der eigenen Kryptowährung innerhalb der einjährigen Haltefrist getätigt, greift eine Freigrenze von 600 Euro p.a. – die Freigrenze gilt allerdings für alle privaten Veräußerungsgeschäfte im betreffenden Jahr, bezieht sich also nicht nur auf Krypto-Geschäfte des Steuerpflichtigen. Sollte die Freigrenze überschritten werden, gilt der gewöhnliche individuelle Einkommensteuersatz.  Dieser beträgt zwischen 14 % und 45 %.

Beispiel Deutschland (1): Einkommen: 7000€ +  Freigrenze 599€
Julian studiert in Berlin und kellnert neben seinem Studium. Er verdient dabei jährlich 7000€ und bleibt dadurch mit seinem jährlichen steuerpflichtigen Gesamteinkommen unter 8.354 Euro. Er hat ein bisschen in verschiedene Kryptos investiert und kennt die Freigrenze von 600€. Jährlich entnimmt er seinem Portfolio genau den Betrag, so dass der jährliche Gewinn 599€ beträgt und bleibt auch hierbei steuerfrei. Sein Gesamteinkommen (auch Steuerbemessungsgrundlage genannt) beträgt in diesem Beispiel somit 7.599€ jährlich und bleibt somit gänzlich steuerfrei. Trotzdem ist es ratsam, eine genaue Portfolio-Dokumentation zu führen, da das Finanzamt auch einige Zeit später eine schriftliche Dokumentation der Transaktionen verlangen kann.

Beispiel Deutschland (2): Einkommen: 7000€ +  Gewinn 2000€
Julian studiert in Berlin und kellnert neben seinem Studium. Er verdient dabei jährlich 7000€ und bleibt dadurch mit seinem jährlichen lohnsteuerpflichtigen Gesamteinkommen unter 8.354 Euro. Er hat ein bisschen in verschiedene Kryptos investiert und möchte Teile seines Portfolios verkaufen um zusätzliche Ausgaben zu decken. Er entnimmt seinem Portfolio 2000€ an Gewinnen und übersteigt somit die Freigrenze von 600€. Nun beträgt sein steuerpflichtiges Gesamteinkommen 9.000€, da sich die Beträge addieren. Jan hat somit seinen Verdienst als Kellner als auch den Gewinn aus seinen Trades in seiner Steuererklärung anzugeben und richtig zu versteuern.

Wichtige Unterscheidung: Freigrenze & Freibetrag
Wie so oft ist das Steuerrecht nicht dazu ausgelegt, verständlich zu sein. Eine besondere Unterscheidung betrifft den Freibetrag und die Freigrenze. Ein Freibetrag beschreibt eine Summe bis zu welchem keine Steuern anfallen. Sollte der Freibetrag überschritten werden, wird nur der Teil der Gewinne, die den Freibetrag übersteigen, versteuert.
Anders verhält es sich bei der Freigrenze. Wird diese überschritten, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig.

Bezieh die Steuer aktiv in deine Anlagestrategie mit ein
Gewinne und Verluste werden beim Trading erst steuerbar, nachdem sie realisiert wurden. Das heißt du kannst deine Steuern durch einen genauen Überblick perfekt ausnutzen und sie bis zum jeweiligen Abgabetermin optimieren und vor allem deine Freigrenzen nutzen. Solltest du diese zu überschreiten gedenken, plane die eventuellen Steuerkosten in deine Strategie ein. So kommst du niemals in die Lage, dass das Finanzamt deine Steuern einfordert und du gezwungen bist deine aktiven Investments für die Steuerzahlung aufzulösen. Weitere gute Tipps zur Planung deiner persönlichen Auscash-Strategie findest du hier.

Zusammenfassung
Sobald du in Kryptos investierst, solltest du die steuerliche Komponente in deine Planung mit einfließen lassen. Wichtig ist, die Steuergrenzen zu kennen und einen genauen Überblick über dein Portfolio zu behalten, um keine Steuerschulden aufzubauen. Je nachdem wie deine Strategie aussieht, solltest du zumindest für einige Tranchen die 1-jährige Haltedauer nutzen. Bist du mehr Trader als Hodler, so solltest du dich auch mit dem Realisieren von Verlusten beschäftigen. Denn Verluste unterjährig zu realisieren hilft dir nicht nur dein Portfolio von etwaigen Altlasten zu befreien, sondern können (richtig genutzt) auch noch deine Steuerlast senken.

Blockpit unterstützt dich beim Portfolio Tracking
Als verlässlicher Steuerpartner hilft Blockpit dir nicht nur beim Tracking deines Portfolios, sondern auch bei der Berechnung deiner zu versteuernden Krypto-Gewinne. Unsere User erhalten zudem die Möglichkeit, die auf unterschiedlichen Börsen und Wallets getätigte Krypto-Investitionen automatisch zu importieren und so stets einen guten Gesamtüberblick zu behalten. Natürlich kannst du auch eigene Daten per CSV hinzufügen und verwalten. Da wir aus eigener Erfahrung wissen, wie schwierig die finanzielle Situation als Student sein kann, haben wir uns mit iamstudent.at / iamstudent.de zusammengetan und für Studenten einen 50% Rabatt auf unsere Advanced Lizenz eingerichtet. Wenn du dich als Student über unseren Partner iamstudent.at anmeldest, wird dir der Betrag direkt von der Rechnung abgezogen.

Tipp für Sparfüchse:
Die Kosten für eine Blockpit Lizenz können direkt von der Steuer als Werbekosten abgesetzt werden ?

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Haftungsausschluss: Die in diesem Blog-Beitrag bereitgestellten Informationen dienen nur der allgemeinen Information. Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen vervollständigt und erheben weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Genauigkeit. Für detaillierte Informationen zu Krypto-Regulierungen empfehlen wir, einen zertifizierten Rechtsberater im jeweiligen Land zu kontaktieren. Sollten Fragen auftauchen, können Sie uns gerne über unsere Social-Media-Kanäle kontaktieren.

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