2022 durch Terra Luna und Co. Geld verloren? Kryptowährung-Verluste optimal nutzen

Bitcoin hat die Hälfte seines Werts verloren, Ether auch, Terra Luna ist komplett eingeknickt. 2022 ist kein gutes Jahr für Freund*innen der gepflegten Krypto Investitionen. Es gibt nichts, was jetzt noch helfen würde. Oder doch? Unter gewissen Umständen kannst du deine Kryptowährung-Verluste vor der Steuer geltend machen und mit Gewinnen vom Vorjahr gegen rechnen (nur für Deutschland). Blockpit zeigt wie es geht.

Deutschland

  1. Du hast 2021 Gewinne gemacht, für die du jetzt Steuer zahlen musst.
  2. Du hast 2022 digitale Assets mit Verlust verkauft, die du kürzer als ein Jahr besessen hast.
  3. Wenn du Verluste realisierst, kannst du von den Gewinnen des Vorjahres die Verluste von diesem Jahr abziehen.
  4. So musst du effektiv weniger Kryptosteuer bezahlen.

Österreich

  1. Du kannst Verluste desselben Steuerjahres mit Gewinnen desselben Steuerjahres gegenrechnen.
  2. Seit der Steuerreform 2022 kannst du Kryptowährung-Verluste mit Aktien (und anderen Kapitalmarkt) Gewinnen gegenrechnen.

Und nun das ganze ausführlich erklärt.

Welche Krypto-Steuern muss ich zahlen?

Ja, wenn du mit Krypto Assets (werden gern als Kryptowährungen bezeichnet, obwohl sie keine sind) Gewinne machst, musst du diese mittels der jährlichen Steuererklärung angeben und an das Finanzamt deines Vertrauens abführen. Wir haben einen lesenswerten Kryptosteuer-Guide für Deutschland geschrieben, der in die Details geht.

In aller Kürze: Das Finanzamt unterscheidet, ob man beruflich und zu gewerblichen Zwecken mit Kryptos handelt, oder ob es eine private Angelegenheit ist. Für letztere gibt es zwei Goodies: Wer in Deutschland lebt und Assets länger als ein Jahr besitzt, muss dafür nach dem Verkauf keine Steuer auf den Gewinn bezahlen. Zusätzlich gibt es in Deutschland eine Steuerfreigrenze von €600. Wenn du weniger Gewinn gemacht hast: keine Steuer.

Nahezu alle Assets – Bitcoin, Altcoins, Memecoins, Shitcoins, DeFi, Mining, Staking, NFT – sind steuerpflichtig. Aber dazu mehr im Guide.

Für Gewinne mit Kryptocoins bezahlen Privat-Trader Einkommenssteuer. Die Höhe hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab.

Deine Krypto-Gewinne aus 2021 versteuern

Mai und Juni sind Kryptosteuer-Saison. Bis Ende Juni muss die Steuererklärung abgegeben werden (2021 bis 31.Oktober 2022). Die Cryptotax App von Blockpit ist die einfachste Möglichkeit, für alle Trades die korrekte Versteuerung automatisiert zu berechnen. Wenn du, wie viele Trader*innen, 2021 Gewinne realisiert hast, dann zeigt die App an, welche Positionen davon zu besteuern sind, wie hoch deine Gewinne sind und gibt dir gleich ein ausgefülltes Steuerformular aus. Der Gewinn ist nun die Basis, von der du die Kryptowährung-Verluste aus diesem Jahr abziehen kannst.

Deine Kryptowährung-Verluste aus 2022 bestimmen

Es gibt zwei wichtige Voraussetzungen, um Kryptowährung-Verluste gegenrechnen zu können.

  1. Der Kryptowährung-Verlust muss realisiert worden sein. Du musst deine Token, egal ob Bitcoin, Shiba Inu oder Bored Apes NFTs mit Verlust verkauft haben. Nehmen wir den Fall Terra Luna, deren Token mit MItte Mai 2022 zwar noch immer handelbar sind, aber praktisch nichts mehr wert sind. Das Projekt ist am Boden und ist nicht klar, ob es (und damit auch die Coins) wieder aufstehen werden. Um Verluste gegenrechnen zu können, musst du deine Luna verkaufen, selbst wenn sie so wenig wert sind, dass man sie gleich behalten könnte in der Hoffnung, dass sich der Wert wieder erhöht.
  2. Damit ein Krypto-Verlust steuerlich relevant wird, muss dieser innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist realisiert werden. Dies hat den Hintergrund, dass private Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowährungen nach einem Jahr steuerfrei sind, d.h. werden Kryptowährungen länger als ein Jahr gehalten, sind potentielle Gewinne nicht steuerbar und führen somit nicht zu einer Steuerlast des Verkäufers. Allerdings gilt gleiches für Verluste, sodass der Gesetzgeber eine Verlustrechnung nur zulässt, wenn der Verkauf innerhalb des einjährigen Spekulationszeitraums stattgefunden hat. Somit kann es im Einzelfall günstig sein, Verluste noch innerhalb der Jahresfrist zu realisieren um damit historische oder zukünftige Veräußerungsgewinne auszugleichen. Auch dafür gibt es einiges zu beachten wie wir an anderer Stelle erklären.

Im Krypto-Crash Verluste gemacht? Kryptowährung-Verluste ausgleichen
Im Krypto-Crash Verluste gemacht? Kryptowährung-Verluste ausgleichen

Den Krypto-Verlustausgleich berechnen

Der Gewinn bzw. Verlust aus dem Handel mit Krypto-Anlagen wird durch diese Formel berechnet:

Verkaufspreis – Anschaffungskosten – Werbungskosten = Veräußerungsergebnis

Beispiel:

Tausch von Ether gegen Euro

Verkaufsspreis: 5.000 EUR

Anschaffungskosten: 7.000 EUR

Werbungskosten:     15 EUR

Rechnung: 5.000 EUR-7.000 EUR-15 EUR= -2.015 EUR

In diesem Beispiel wurde somit ein Verlust von 2.015 EUR realisiert. Wenn die Blockpit App (oder deine Excel-Tabelle mit allen deinen Trades) einen Gewinn von 10.000 EUR für 2021 berechnet hat, kannst du nach dem 31.12.2022 deinen Steuerausgleich einreichen und einen Verlustausgleich beantragen. Dein Gesamtgewinn 2021 reduziert sich auf 7.085 EUR und du erhältst Steuer zurück.

Welche Krypto-Verluste können nicht gegengerechnet werden?

Der Gesetzgeber sieht im § 23 EStG vor, dass man nur gleiche Verluste gegen verrechnen kann. Also Kryptoverluste mit Kryptogewinnen. Leider ist es nicht möglich, Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen oder Vermietung mit Krypto-Verlusten zu verrechnen.

Krypto-Verlustvortrag

Bis hier haben wir Verluste mit Krypto-Assets aus diesem Jahr mit den Gewinnen aus dem vorigen Jahr gegenverrechnet. Du kannst das ganze aber auch umdrehen. Du kannst Verluste aus diesem Jahr mit Gewinnen verrechnen, die du vielleicht im nächsten Jahr erzielen wirst. Das kann dann sinnvoll sein, wenn dir die Gegenverrechnung mit dem vorigen Jahr nichts bringt.

Beispiel:

Gewinn 2021:     350 Euro

Verlust 2022 mit Terra Luna: -2.000 Euro

Du hast eine Gewinn-Freigrenze von 600 Euro im Jahr. Du musst also für 2021 keine Steuern abführen. Es bringt also nichts, den Verlust mit Terra in diesem Jahr gegenzurechnen.

Du hast dann zwei Möglichkeiten: wenn du im gesamten Jahr 2022 Gewinne gemacht hast, kannst du den Verlust gegenrechnen. Wenn dieses Jahr aber ganz trüb aussieht, kannst du auf die nächsten Jahre hoffen und die Gewinne dort mit den Verlusten deines Terra Trades dann gegenrechnen.

Wir hoffen, dass diese Information dir deine möglichen Verluste ein klein wenig lindern kann. Wir legen dir dazu unsere Crypto tax App ans Herz, mit der du diese Berechnungen leicht durchführen kannst.

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Haftungsausschluss: Die in diesem Blog-Beitrag bereitgestellten Informationen dienen nur der allgemeinen Information. Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen vervollständigt und erheben weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Genauigkeit. Für detaillierte Informationen zu Krypto-Regulierungen empfehlen wir, einen zertifizierten Rechtsberater im jeweiligen Land zu kontaktieren. Sollten Fragen auftauchen, können Sie uns gerne über unsere Social-Media-Kanäle kontaktieren.

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