Der Bitcoin Bulle und der Strom – Wie schädlich ist Bitcoin?

Ein Thema das mittlerweile so heiß ist wie ein Sommertag in einer europäischen Großstadt. 

Für Bitcoin wie auch für unser WLAN, Smart Home, Elektroauto, Tankstellenbeleuchtung, AirCo, Goldminen, das Finanzsystem und viele andere Dinge unseres täglichen Lebens kommt der Strom bekanntlich nicht aus der Steckdose.

Das ist ein Problem. Und zwar kein kleines, denn der jährliche Stromverbrauch von Bitcoin Minings ist in etwa so hoch wie der der oben erwähnten Großstadt, oder der eines ganzen Landes wie Argentinien. 

Ein Grund dafür liegt im Proof of Work Konsens-Algorithmus. Vereinfacht gesagt, wird die Gültigkeit der Bitcoin Blockchain über ein dezentrales System von Teilnehmern, den Minern, sicher gestellt. Um einen Block, das ist eine bestimmte Anzahl an Transaktionen der Blockchain, zu validieren und die damit verbundenen Fees zu kassieren, müssen die Miner Zahlenrätsel lösen. Dazu benötigen sie entsprechend fähige Hardware und Strom, denn es gilt wer zu erst kommt malt zu erst. Das Lösen der Zahlenrätsel ist energieaufwendig. Dieser energieaufwändige Prozess resultiert in hohen Mining Kosten und garantiert auch die Sicherheit der Bitcoin Blockchain. 

Der Stromverbrauch ist ein valider Kritikpunkt am Bitcoin Mining, der die volkswirtschaftliche Überlegung über Externalitäten auf den Plan ruft.

Rein in Bezug auf den Stromverbrauch von Bitcoin Mining zeigt sich folgendes Bild. Bitcoin Miner sind typischerweise mobil. Sie finden sich dort, wo Strom günstig und verfügbar ist. Das ist aktuell in großer Zahl im ländlichen China, wo viel Strom durch Wasserkraft erzeugt wird. Die große Herausforderung bei der Stromerzeugung stellt heute noch die Speicherung von Strom dar. Typischerweise wird Strom oft wo anders oder zu anderen Zeiten erzeugt, als er verbraucht wird. Erneuerbare Energien bilden da keine Ausnahme. Die Wasserkraftwerke laufen daher oft unter ihrer tatsächlichen Kapazität. Bitcoin Miner können diese überschüssige Kapazität aufkaufen und damit zur Profitabilität von Wasserkraftwerken beitragen. 

Das Argument spricht dafür, dass Bitcoin besser und besseren Strom verbraucht als ihm nach gesagt wird, aber lässt die Frage offen ob es nicht ein System gibt, das per se weniger Ressourcen braucht und gleichzeitig die Innovation mit trägt. 

Proof of Stake – der rettende Ritter?

Der Proof of Stake Mechanismus könnte eine Alternative zum energieaufwendigen Proof of Work Mechanismus darstellen. Anstelle von Ressourcen intensiver Computer Power, wird Kapital als Sicherheit für das Funktionieren der Blockchain eingebracht. 

Der Nachteil ist, dass die Sicherheit der Blockchain durch die Vereinfachung herabgesetzt wird. 

Ethereum hat mit dem Transfer bereits begonnen und steht (vielleicht) kurz davor komplett vom Proof of Work zum Proof of Stake Konsens Mechanismus zu wechseln. Andere Blockchains könnten folgen.

Gibt es noch andere Wege nach Rom?

Da Miner keine Wohltäter, sondern rational agierende Wirtschaftsteilnehmer sind, wird Strom verwendet, der günstig ist. Das kann auch durch staatlich subventionierte Kohlekraftwerke erzeugter Strom sein. Während der Anteil der mit erneuerbarer Energie geminten BTC steigend ist, wird der Anteil, der fossile Brennstoffe verbraucht, aber noch immer als sehr hoch eingestuft.
Handelt es sich dabei um das Symptom oder die Krankheit?

Der hohe Aufwand der für das Bitcoin Mining erforderlich ist, stellt die Sicherheit des Systems sicher. Je höher die Mining kosten, desto sicherer das System. Wenn sich diese Kosten aus Verbrauch x Preis zusammen setzen, kann die gleiche Sicherheit auch durch einen höheren Preis der Energiekosten und einen geringeren Verbrauch bei den Minern gewährleistet werden. Hier wird die Meinung vertreten, dass die niedrigen Energiepreise die zu einem hohen Verbrauch bei Bitcoin führen das Problem sind. Proof of Work reflektiert nur die hohe Anfrage nach billigem Strom, da Bitcoin die effektivste Methode ist, die Energie als ökonomisch handelbaren Wert (Bitcoin) zu speichern und zu transportieren. Das System würde genau so zuverlässig und sicher funktionieren wenn die Preise höher und der Verbrauch geringer wären. 

Bitcoin Mining ist nicht die Lösung für die staatliche Subventionierung von Kohlekraftwerken, aber auch nicht der Hauptschuldige an deren Existenz und die Frage ob Bitcoin gut oder schlecht ist, lässt sich nicht binär in schwarz oder weiß beantworten. Die Debatte um Kosten und Nutzen von Bitcoin ist komplex und lädt zur informierten Diskussion ein. 

Was auch immer wir meinen heute zu wissen ist ja schließlich auch nur der letzte Stand des Irrtums.

Haftungsausschluss: Die in diesem Blog-Beitrag bereitgestellten Informationen dienen nur der allgemeinen Information. Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen vervollständigt und erheben weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Genauigkeit. Für detaillierte Informationen zu Krypto-Regulierungen empfehlen wir, einen zertifizierten Rechtsberater im jeweiligen Land zu kontaktieren. Sollten Fragen auftauchen, können Sie uns gerne über unsere Social-Media-Kanäle kontaktieren.

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