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Aufstieg und Risiken von fraktionierten NFTs

May 13, 2022 Luke O’Neill lesezeit 4 MIN

Fraktionierte NFTs sind ein Versuch, ein uraltes Problem zu lösen: die Erschwinglichkeit von Eigentum. Da die beliebtesten NFTs wie Bored Apes und CryptoPunks sich für Millionenbeträge verkaufen, könnte die Aufteilung der Kosten und Eigentumsrechte eine attraktive Investitionsmöglichkeit darstellen. Doch lohnt es sich? Unchained. The Blockpit-Magazine untersucht die Chancen und Risiken von Beteiligungen im NFT-Bereich.

Was sind fraktionierte NFTs?

Fraktionierte NFTs sind eine neue Variante einer etablierten, aber riskanten Investitionsmethode im Zeitalter der Blockchain. Bei der Fraktionierung kaufen Investoren einen NFT Anteil – oft als „Shard“ (engl. Scherbe) bezeichnet – eines teuren NFTs oder einen Anteil an einer großen NFT-Sammlung. 

„Beliebte NFTs von CryptoPunks oder Bored Ape Yacht Club NFTs haben Mindestpreise in der Höhe von 400 Ethereum, was es schwer macht, sie zu besitzen, sagte Max Bernt, Chief Legal Officer bei Blockpit. „Die meisten können sich das nicht leisten, aber sie wollen trotzdem ein Stück davon haben. Hier kommt das Konzept der fraktionierten NFTs ins Spiel, so dass man einen bestimmten Prozentsatz solcher NFTs halten kann.“ 

Fraktionierung ist keine neue Sache. Fraktionierte Investitionen ermöglichen es, das Eigentum und die Kosten mit anderen zu teilen, so dass Menschen in Vermögenswerte investieren können, die sie sich allein vielleicht nicht leisten könnten.

Vereinbarungen über Beteiligungen an Sachwerten wie Privatjets, Yachten und Immobilien sind ein bekanntes Konzept. Du kannst dir vielleicht kein Ferienhaus in Saint Tropez leisten, aber dieser Traum könnte Wirklichkeit werden, wenn du deine Ressourcen mit drei Freunden zusammenlegst. 

Auch die Investition in Teilaktien, bei der sich Anleger zusammenschließen, um Anteile an einem Unternehmen zu erwerben, gibt es schon seit einiger Zeit. 

Jetzt, mit dem Aufkommen von NFTs und dem Metaverse, erleben Beteiligungen an Vermögenswerten einen neuen Boom. 

Wie funktionieren fraktionierte NFTs?

Grace Rachmany von Tokenomics, Beraterin für dezentrale autonome Organisationen, Distributed Systems und Währungsdesign bei DAO Leadership, erklärt die Funktionsweise von F-NFTs am Beispiel eines In-Game-Gegenstandes – dem Großen Schwert der Macht. 

„Das Große Schwert der Macht verleiht dem Helden besondere Fähigkeiten, um die fürchterlichsten Drachen zu ermorden. Leider gibt es nur ein Schwert und das ist sehr teuer. Um das Große Schwert der Macht zu kaufen, können sich einige Spieler zusammentun und das Schwert kaufen, was bedeutet, dass jeder von ihnen einen ‚Anteil‘ des NFT besitzt“, sagte sie. 

Wenn eine Person beschließt, ihren Anteil zu verkaufen, kann sie das tun, ohne die Erlaubnis der anderen Besitzer des Schwertes einzuholen. „Je nachdem, wie die F-NFT-Eigentumsrechte aufgebaut sind, könnten alle ein Stimmrecht haben, das jedem erlaubt, Entscheidungen über das Schwert zu treffen“, fügt Grace Rachmany hinzu. Du könntest zum Beispiel darüber abstimmen, das Schwert zu einem bestimmten Preis anderen Spieler zu leihen und den Gewinn zu teilen.

Es gibt noch viele weitere Beispiele für F-NFTs. Kürzlich wurde in Österreich Gustav Klimts Meisterwerk „Der Kuss“ aus dem frühen 19. Jahrhundert in 10.000 digitale Shards zerlegt und von einem Wiener Museum verkauft. Andere Beispiele sind ein fraktioniertes Bild eines Shibu-Inu-Hundes, der zum Leitbild von Dogecoin wurde. Und vor Kurzem haben Krypto-Nutzer F-NFTs versteigert, um humanitäre Hilfe in der Ukraine zu finanzieren.

Fraktionierte NFTs sind im Metaverse von großer Bedeutung, wo Nutzer Anteile von digitalen Grundstücken kaufen können, wobei die Eigentumsrechte jedes Besitzers in der Blockchain kodiert sind. So wurde beispielsweise ein „Grundstück“ neben Snoop Doggs Villa im Metaverse-Spiel The Sandbox kürzlich für $ 450.000 verkauft.

Was sind die Risiken von F-NFTs?

Obwohl Beteiligungen den Zugang zu Investitionen erleichtern, sind damit auch Risiken verbunden.

„Es ist wichtig zu bedenken, wer die zugrundeliegenden NFTs verwahrt und wer die endgültigen Rechte daran hat“, sagte Brock Pierce, Vorsitzender der Bitcoin Foundation. „Es gibt rechtliche Überlegungen wenn man NFTs fraktioniert, weil sie demnach einem Wertpapier ähneln und andere Hürden auftreten können.“

Entstehung der regulatorischen Rahmenbedingungen

Die Regulierungsbehörden werden F-NFTs möglicherweise als Wertpapiere einstufen, um die allgemeine Bevölkerung zu schützen. „In diesem Fall werden NFTs nur auf einer regulierten Plattform oder Börse handelbar sein“, so Benjamin Zennou, geschäftsführender Partner bei Enigma Securities, einem regulierten Krypto-Liquiditätsanbieter.

Die amerikanische Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (SEC) hat kürzlich begonnen, F-NFTs zu untersuchen. Sollte sie entscheiden, dass es sich um Wertpapiere handelt, bedeutet dies, dass F-NFTs auf die gleiche Weise behandelt werden wie andere handelbare Finanzinstrumente beispielsweise Unternehmensaktien, Anleihen oder Derivate. 

Verwirrung über die Zuständigkeit 

„Noch gibt es keine einheitlichen gesetzlichen Regelungen, geschweige denn Richtlinien zur steuerrechtlichen Behandlung von F-NFTs. Auf OECD-Ebene finden jedoch derzeit intensive Diskussionen statt, deren Ergebnisse die internationale Rechtslage maßgeblich beeinflussen werden“, so Blockpit Chief Legal Officer Max Bernt.

Justin Daniels, Gesellschafter der in Atlanta ansässigen Anwaltskanzlei Baker Donelson, sagte, dass aufgrund von Fragen der Zuständigkeit, es für die Gerichte schwierig sein könnte, Rechtsstreitigkeiten über Transaktionen beizulegen. „Wenn die Lizenzgebühr eines NFTs nicht bezahlt wird, wie kann man sie dann auf einer unveränderlichen Blockchain rückgängig machen? Wenn ein NFT von einem französischen Verkäufer auf einer britischen Börse von einem deutschen Käufer gekauft wird, welches Recht gilt dann?“, so Daniels.

Regelung der Stimmrechte

Dr. Ben Charoenwong, Assistenzprofessor für Finance an der Nationaluniversität von Singapur, sagte, dass sich Schwierigkeiten auch aus der Ungewissheit ergeben könnten, wie F-NFT-Kaufangebote und die Übertragung von Eigentumsrechten geregelt werden sollen. 

Im traditionellen Finanzwesen gibt es Regeln, die Minoritätsaktionäre davon abhalten, ein Geschäft zu verhindern. „Das Fehlen einer solchen Regelung führt dazu, dass die Eigentümer von NFTs feststecken und die Übertragung von Beteiligungen nicht reibungslos verläuft, wenn ein neuer Käufer die einstimmige Zustimmung aller NFT-Eigentümer einholen muss“, so Dr. Charoenwong.

Zweifelhafte Investitionserträge

Wie bei jeder Investition besteht auch hier das Risiko eines Verlustes. Wie der Chainalaysis-NFT-Market Report 2021 erläutert, führen nur 28,5 % der auf dem OpenSea-Marketplace gehandelten NFTs zu einem Gewinn, wenn sie während der Prägung gekauft und anschließend auf derselben Plattform verkauft wurden. Die Aussicht auf Gewinne ist bei fraktionierten NFTs wahrscheinlich genauso gering oder sogar noch geringer. 

Fiese Akteure und Bots

Der Chainalysis-Bericht enthält auch eine Warnung: „Eine sehr kleine Gruppe hochentwickelter Investoren scheffelt den Großteil der Gewinne aus dem Sammeln von NFTs … Wir sehen auch mögliche Anzeichen für den Einsatz von Bots durch Anleger, die während der Phase der Prägung kaufen wollen. Das schließt weniger erfahrene Nutzer aus und kann sogar zu fehlgeschlagenen Transaktionen führen, die Kosten in Form von Gebühren verursachen.“

Ungewisse Zukunft für fraktionierte NFTs

Das Konzept der fraktionierten NFTs ist noch recht neu, aber da der NFT-Markt weiter boomt und die Preise steigen, könnte dies der nächste große Trend im Kryptobereich sein.

Während F-NFTs eine weitere neue Klasse von digitalen Vermögenswerten darstellen, sind die Probleme, die sie geschaffen haben, für Anleger, Regulierungsbehörden und Finanzintermediäre nicht neu. 

Brock Pierce ist optimistisch: „Ich denke, dass es in der NFT-Welt mehr und mehr Experimente in Bezug auf Fraktionierung, Handel, Verleihung und andere Entwicklungen geben wird, und wir werden viel mehr Innovation rund um NFTs sehen.“ 

Die Fraktionierung von NFTs öffnet den Markt für einen größeren Kreis von Anlegern, ermöglicht eine höhere Liquidität und öffnet die Tür für neue Anlagestrategien. Das Motto „DYOR“ – Do Your Own Research – ist jedoch aktueller denn je, da Beteiligungen ein weiteres Risikoelement in den wilden Westen des NFT-Marktes bringen.

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