Krypto Freibetrag und Freigrenze in Deutschland (2022 Update)

Krypto Freibetrag und Freigrenze

Was ist besser als eine Steuerbegünstigung? Zwei! In Deutschland gelten zusätzlich zur Spekulationsfrist die Freigrenzen bei Kryptowährungen. Was es genau mit Krypto Freibetrag und Freigrenze auf sich hat, das erfährst du in diesem Artikel.

Wann sind Gewinne aus Kryptowährungen steuerfrei?

Starten wir gleich direkt in das Thema.

Gewinne aus Kryptowährungen sind steuerfrei, wenn du die Freigrenzen unterschreitest. Prinzipiell musst du Kryptowährungen versteuern, wenn du mit Cryptos handelst und Gewinne erzielst, oder wenn du ein Krypto-Einkommen hast. In beiden Fällen gelten Freigrenzen:

Krypto-Handel unter € 600 pro Jahr

Krypto-Einkommen unter € 256 pro Jahr

Wie hoch ist die Freigrenze beim Krypto-Handel?

Die Freigrenze beim Krypto-Handel beträgt € 600 pro Jahr.

Bei Gewinnen aus dem Krypto-Handel gelten die Freigrenze und die Spekulationsfrist.

Wenn du Kryptowährungen erwirbst und diese später weiterveräußert, musst du die Gewinne als privates Veräußerungsgeschäft versteuern. Du musst den Gewinn versteuern, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als 1 Jahr liegt. Das nennt man auch die Spekulationsfrist bei Kryptowährungen. Wenn du Kryptowährungen länger als ein Jahr gehalten hast, sind die Gewinne aus der Veräußerung für dich steuerfrei.

Wenn du Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowährungen innerhalb der Spekulationsfrist erzielt hast, kommt die Freigrenze ins Spiel:

Der Gesetzgeber gewährt die Freigrenze von € 600 für private Veräußerungsgeschäfte. Wenn du Kryptowährungen mit Gewinn verkaufst, zählt das zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Genauso wie z.B. der Verkauf von Gold, Schmuckstücken, Gemälden und von nicht selbst genutzten Immobilien nach 10 Jahren Spekulationsfrist.

Das ist wichtig, denn die Freigrenze gilt für alle privaten Veräußerungsgeschäft in Summe.

So viel zu Theorie. Sehen wir uns das an einem Beispiel an:

Beispiel A: die Freigrenze wird eingehalten  

Du kaufst 1 ETH am 20.07.2021 um € 1.700, verkaufst dieses innerhalb eines Jahres, am 20.05.2022, um € 1.900 und erzielst daraus einen Gewinn von € 200.

Die Spekulationsfrist ist von Tag zu Tag zu rechnen, d.h. die Spekulationsfrist ist in diesem Fall nicht abgelaufen. Du profitierst aber von der Freigrenze: Dein Gewinn liegt unter der Freigrenze von € 600. Du musst deinen Gewinn nicht versteuern.

Beispiel B: die Freigrenze wird überschritten

Zusätzlich zu deinem 1 Ethereum verkaufst du am 02.04.2022 ein Schmuckstück mit einem Gewinn von € 500.

Der Verkauf von Schmuck und von Kryptowährungen zählen für dich als Privatperson zu privaten Veräußerungsgeschäften. Die Gewinne aus dem Verkauf des Schmuckstücks und deinem ETH zählst du für die Steuer zusammen: Du hast einen Gewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften von € 700.

Dein Gewinn liegt über der Freigrenze und du musst den Gewinn versteuern, konkret zu deinem persönlichen Einkommensteuersatz. Details dazu findest du in unserem Krypto-Steuerguide Deutschland: Wie hoch ist die Kryptosteuer, die ich bezahlen muss?

Wie hoch ist die Freigrenze bei Krypto-Einkommen?

Sonstige Leistungen, die in Summe maximal € 256 pro Jahr betragen, sind steuerfrei. Dazu zählen Einkommen aus Mining, Forging, Staking, Lending und dem Betreiben einer Masternode sowie Airdrops gegen Gegenleistung. Was Krypto-Einkommen ist, wurde im BMF Schreiben vom Mai 2022 klargestellt.

Hier handelt es sich ebenso um eine Freigrenze, bei deren Überschreiten auf den gesamten Betrag Steuern anfallen.

Was ist der Unterschied zwischen Krypto Freibetrag und Freigrenze?

Eine Steuerfreigrenze ist kein Steuerfreibetrag. Auch wenn die Begriffe umgangssprachlich austauschbar verwendet werden, liegt der Unterschied bei steuerlichen Definitionen oft im Detail.


Bei einer Freigrenze wird der gesamte Gewinn besteuert, wenn die Freigrenze (€ 600) überschritten wird.

Das heißt, sobald du einen Euro darüberliegst, musst du den gesamten Gewinn versteuern (also bereits ab € 601).

Das Gegenstück zur Freigrenze ist der Freibetrag. Der Freibetrag beschreibt eine Geldsumme, bis zu der keine Steuern anfallen. Dieser beträgt bei Kapitaleinkünften (Sparer-Pauschbetrag) € 801. Um das zu versteuernde Einkommen für die Kapitaleinkünfte zu berechnen, wird der Sparerpauschbetrag von den Gewinnen abgezogen. Die Differenz ergibt die Berechnungsgrundlage für die zu zahlende Steuerlast.


Bei einem Freibetrag musst du nur die Gewinne besteuern, die über dem jeweiligen Freibetrag liegen.

Beispiel Freibetrag € 801

Kapitaleinkünfte vor Steuern i.S.d. § 20 EStG

Gewinn vor Steuern = € 1.800

Bemessungsgrundlage für die Abgeltungssteuer

€ 1.800 – € 801 = € 999

Beispiel Freigrenze € 600

Du hast Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Ethereum i.S.d. § 23 EStG.

Dein Gewinn beträgt:

  1. € 450
  2. € 1850
  1. Der Wert liegt unter € 600. Somit ist der Gewinn steuerfrei.
  2. Der Wert liegt über € 600. Somit sind die kompletten € 1.850 zu versteuern.

Muss ich Crypto-Gewinne unter der Freigrenze in der Steuererklärung angeben?

Einkünfte unterhalb der jährlichen Freigrenze musst du nicht angeben. Es empfiehlt sich jedoch, diese Transaktionen trotzdem aufzuzeichnen und im Fall der Fälle (z.B. auch beim „Auscashen“) vorweisen zu können.

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Haftungsausschluss: Die in diesem Blog-Beitrag bereitgestellten Informationen dienen nur der allgemeinen Information. Die Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen vervollständigt und erheben weder Anspruch auf Richtigkeit noch auf Genauigkeit. Für detaillierte Informationen zu Krypto-Regulierungen empfehlen wir, einen zertifizierten Rechtsberater im jeweiligen Land zu kontaktieren. Sollten Fragen auftauchen, können Sie uns gerne über unsere Social-Media-Kanäle kontaktieren.

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