Krypto-Steuerguide für Deutschland

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Krypto-Steuern in Deutschland: übersichtlich zusammengefasst, verständlich ausgedrückt und regelmäßig aktualisiert. Wenn du einen Steuerguide benötigst, dann diesen.
Inhaltsverzeichnis

Krypto-Begriffe richtig verwenden

Im Krypto-Space werden Begriffe wie Kryptowährungen, Krypto-Assets, digitale Assets oder Coins oft synonym verwendet. Dabei meinen sie unterschiedliche Dinge. Krypto-Treuhänder Georg Brameshuber dazu: 

„In Deutschland spricht man gerade sehr stark von Krypto-Werten, weil viele Begrifflichkeiten derzeit unterschiedlich bewertet werden. Oft verwendet wird auch der Begriff “virtuelle Währungen”, der eigentlich aus dem Geldwäscherecht stammt. International, etwa in der EU-weiten MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-assets, Anm.), hat sich der Begriff Krypto-Assets durchgesetzt.”

Dass korrekte Definitionen im Alltag nicht immer die Oberhand behalten, zeigt sich in der schnelllebigen Krypto-Szene. Der korrekte Überbegriff Krypto-Assets spielt online nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Stattdessen führt ein Großteil der Suchanfragen den sehr an der Fiat-Welt orientierten Begriff Kryptowährungen.


In diesem Krypto-Steuerguide verwenden wir neben dem Begriff der Krypto-Assets auch den geläufigeren Begriff der Kryptowährungen. Keine perfekte Lösung. Aber eine, die Rücksicht auf die Lebensrealität unserer Nutzer*innen nimmt. 

Krypto-Steuern in Deutschland – das Wichtigste in Kürze

Wenn du als Privatperson in Kryptowährungen und -Assets wie Bitcoin und Co. investiert, kannst du damit eine Steuerpflicht auslösen. Voraussetzung dafür ist, dass du in Deutschland deinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort hast (das heißt, du befindest dich mehr als 180 Tage pro Jahr in Deutschland). 

Das Gegenstück zum privaten Investor ist der gewerbliche Investor. Voraussetzung dafür ist beispielsweise, dass Investitionen für Dritte getätigt werden. Die Entscheidung, ob privat oder schon gewerblich tätig, führt immer wieder zu Diskussionen, wie Krypto-Treuhänder Georg Brameshuber ausführt: 

„Prinzipiell stellt sich die Frage, ob im Gesamtbild eine gewerbliche Tätigkeit entfaltet wird. Wirkliche Gewissheit gibt nur der Blick auf den Einzelfall. Jedoch müssen sowohl eine hohe Anzahl an Transaktionen als auch hochpreisige Transaktionen nicht zwangsläufig zu einer gewerblichen Verortung führen.”

Da beim Großteil der Krypto-Nutzer*innen davon auszugehen ist, dass sie privat handeln, richten wir uns mit diesem Guide an Privatpersonen.

Krypto-Assets gelten in Deutschland als sonstige Wirtschaftsgüter. Der Verkauf zählt als privates Veräußerungsgeschäft, Gewinne müssen daher zum persönlichen Einkommensteuersatz versteuert werden. Die Höhe der Steuer hängt von deinem Einkommen und deinem Familienstand (ledig oder verheiratet) ab.
Die Einstufung als sonstiges Wirtschaftsgut bringt für Anleger*innen in Deutschland einen besonderen Vorteil: Gewinne bleiben bis zur Freigrenze von € 600 oder beim Verkauf nach der Spekulationsfrist von einem Jahr (min. 365 Tage) steuerfrei

Kryptowährungen kaufen ist in Deutschland steuerfrei
Kryptowährungen kaufen ist in Deutschland steuerfrei

Warum muss ich Krypto-Steuern zahlen?

Auch wenn es niemand gerne tut, Steuern zahlen macht durchaus Sinn. Mit Steuergeld kann der Staat Krankenhäuser, Straßen und Schulen bauen, er kann Arme und Arbeitslose unterstützen und das Vermögen gerechter verteilen. 

In Deutschland musst du dich selbständig um deine Steuern kümmern, denn es besteht eine Mitwirkungspflicht. Du kannst also nicht einfach warten, bis der Staat auf dich zukommt. Stattdessen musst du selbst aktiv werden und sämtliche steuererheblichen Tatsachen vollständig und wahrheitsgemäß offenlegen. Blockpit kann dir dabei viel Arbeit abnehmen.

Wann muss ich Krypto-Steuern zahlen?

Vereinfacht gesagt musst du Steuern immer dann zahlen, wenn ein Besteuerungsanspruch besteht. Bei Krypto besteht dieser Anspruch in besonderen Einzel- und Sonderfällen. Konkret zahlst du Steuern für sonstige Einkünfte aus der Veräußerung privater Wirtschaftsgüter. Klingt komplizierter, als es ist. Du zahlst Steuern:

  • Wenn du Krypto noch vor dem Ablauf der einjährigen Haltefrist verkaufst (und dabei einen Gewinn von über € 600 erzielst).
    Beispiel: Bei einem Ankauf am 01.03.2022 ist ein Verkauf steuerpflichtig, der bis einschließlich 01.03.2023 getätigt wird. Ein Verkauf ab dem 02.03.2023 ist steuerfrei.  
  • Wenn du dein Einkommen gewerblich erzielst. Dass die Unterscheidung privat/gewerblich nicht immer eindeutig ist, hat Krypto-Treuhänder Georg Brameshuber bereits oben ausgeführt. Am ehesten liegt eine Gewerblichkeit wohl beim Mining vor: „Beim Mining liegt mittlerweile die Vermutung nahe, dass durchschnittliche Miner*innen, die kostendeckend operieren, eine Operationsdichte aufweisen, die einen Gewerbebetrieb nahelegen.” 
  • Wenn du von deinem Arbeitgeber in Krypto bezahlt wirst.
Wann du in Deutschland Steuern auf Krypto-Assets zahlst
Wann du in Deutschland Steuern auf Krypto-Assets zahlst

So viel zu den Basics. Darüber hinaus gibt es noch einige Sonderfälle:

Tausch von Kryptowährungen
Wenn du ein Krypto-Asset gegen ein anderes tauschst (z.B. BTC → ETH), kannst du eine Steuerpflicht auslösen. Voraussetzung dafür ist, dass du über € 600 Gewinn machst und diesen Gewinn innerhalb von 365 Tagen ab dem ursprünglichen Kauf realisierst.


Die Begriffe “Tausch” und “Swap” werden oft synonym verwendet. Das ist nicht korrekt. Ein Swap meint eigentlich einen Austausch von Coins innerhalb eines Projekts, etwa vorübergehend ausgegebene ERC20-Token, die in den nativen Blockchain-Token des Projekts “geswappt” werden. Ein Swap ist damit im Gegensatz zum Tausch steuerneutral.

Traden mit Stablecoins
Stablecoins sind Kryptowährungen mit hoher Preisstabilität (daher auch das “stable” im Namen). Ihr Kurs ist an klassische Fiat-Währungen, etwa den US-Dollar (TrueUSD) oder den Euro (EURB) gebunden. Steuerpflichtig wird der Verkauf von Stablecoins erst dann, wenn du mit ihnen innerhalb eines Jahres (365 Tage) tradest und dadurch über € 600 Gewinn erzielst.

ICOs und IEOs
Initial Coin Offerings
(ICO) und Initial Exchange Offerings (IEO) sind mit dem Prinzip des Börsengangs eines Unternehmens (Initial Public Offering, kurz IPO) vergleichbar. Das Ziel: Start-ups verkaufen Token gegen Krypto-Assets und generieren so Kapital.
Steuerlich ist ein Kauf von ICOs und IEOs mit Krypto-Trades vergleichbar. Dabei werden auch hier die Werte von Kaufzeitpunkt und Verkaufszeitpunkt verglichen. Steuerpflichtig sind diese Ereignisse nur, wenn innerhalb eines Jahres (365 Tage) wieder verkauft wird und dabei ein Gewinn von über € 600 entsteht.

Margin-Trading
Beim Margin-Trading wird ein Kredit von einer dritten Partei bezogen (z.B. einem Broker), der für Trades verwendet werden kann. In der Regel fallen hier auch Zinsen an. Die Klassifizierung als Termingeschäft führt dazu, dass Einkünfte aus Margin-Trading pauschal einem Steuersatz von 25 Prozent der Kapitalertragsteuer unterworfen werden. Die steuerlich günstige einjährige Haltefrist kann auf Kapitaleinkünfte jedoch nicht angewendet werden. 

Trading mit Futures
Beim Future-Trading werden keine Krypto-Assets gekauft oder verkauft. Stattdessen spekulieren Investoren auf den Anstieg oder Fall eines Assets in der Zukunft. Auch hier kommt die Klassifizierung als Termingeschäft zum Zug. Einkünfte aus dem Trading mit Futures werden demnach pauschal einem Steuersatz von 25 Prozent der Kapitalertragsteuer unterworfen. Auch hier kann die steuerlich günstige einjährige Haltefrist nicht angewendet werden.

Airdrops und Bounties
Airdrops und Bounties sind ein beliebtes Marketingtool und zugleich eine Belohnung für Nutzer*innen. Für Airdrops gilt: Wer innerhalb eines Jahres Airdrops veräußert (und dabei Gewinn macht), muss diese mit dem progressiven Einkommensteuersatz versteuern. Wer ein Jahr wartet hingegen nicht. Eine reine Klassifizierung als Schenkung kommt nicht zum Zug. Georg Brameshuber konkretisiert: 

„Airdrops müssen beim Zufluss selbst nicht besteuert werden. So gesehen sind sie nicht steuerwirksam. Die Coins oder Token, die man im Rahmen eines Airdrops erhält, gelten als mit null angeschafft und werden bei einer Veräußerung innerhalb eines Jahres (365 Tage, Anm.) in voller Höhe versteuert. Die Anschaffungskosten von null gelten selbstverständlich auch, wenn der Airdrop bei Zufluss bereits einen konkreten Wert hat.”

Anders ist die Situation bei Bounties. Sie erhalten Nutzer*innen als Gegenleistung für das Erfüllen einer bestimmten Aufgabe. Damit fallen sie in die Kategorie „sonstige Einkünfte“, wodurch sie bereits beim Erhalt versteuert werden müssen. 

Krypto-Steuern: So werden Airdrops in Deutschland besteuert
Krypto-Steuern: So werden Airdrops in Deutschland besteuert

Non-fungible Tokens (NFTs)
Aus steuerlicher Sicht handelt es sich bei einem NFT-Kauf oder -Verkauf um einen Token-Tausch. Das heißt, der Gewinn ist in Deutschland zum progressiven Einkommensteuersatz zu besteuern und nach einer einjährigen Haltefrist steuerfrei. Georg Brameshuber:

„Der klassische NFT im Bereich der digitalen Kunst ist ein sonstiges Wirtschaftsgut und genau so zu behandeln, wie alle üblichen Krypto-Werte im Rahmen der Besteuerung auch.”

Hard-Forks und Soft-Forks
Eine Fork (engl. Gabel) beschreibt eine Änderung bzw. Abzweigung an einem Blockchain-Protokoll. Unterschieden wird prinzipiell zwischen richtungsweisenden Hard- und eher modifizierenden Soft-Forks.
Beispiele für Hard-Forks sind Bitcoin Cash und Bitcoin Gold, die durch eine Abzweigung aus der Bitcoin-Blockchain entstanden sind und fortan unabhängig bestehen. Soft-Forks sind eher mit Software-Upgrades zu vergleichen. Wenn alle Nutzer*innen sich darauf einigen, ersetzt die neue Fassung frühere Grundregeln der Währung.  

Was uns zur Versteuerung bringt: Bei Hard-Forks kommt die sogenannte Fußstapfentheorie zum Zug. Das bedeutet, dass beim Ursprungsasset (altes Asset) keine steuerlichen Veränderungen Anwendung finden.
Für das neu entstandene Asset gilt: Das Anschaffungsdatum des Ursprungsassets wird auf die neuen Coins übertragen. Die Anschaffungskosten werden mit 0 Euro angenommen.
Konkret heißt das: Das neue Krypto-Asset ist immer dann steuerfrei, wenn es das alte auch ist (365 Tage Haltefrist). Werden Hard-Fork-Gewinne, jedoch innerhalb eines Jahres nach dem Fork veräußert, müssen sie versteuert werden. Soft-Forks andererseits stellen nur eine Art Update dar (vergleichbar mit einem Token Swap) und bleiben daher steuerrechtlich unbeachtet.

DeFi (Decentralized Finance)
DeFi ist heute nicht mehr aus Krypto wegzudenken. Dennoch lässt sich der Begriff nur schwer abgrenzen und sorgt nach wie vor für Missverständnisse. Georg Brameshuber definiert DeFi wie folgt:

“Unter DeFi versteht man die seit 2020 entstandenen Finanzinnovationen im Bereich Blockchain und Krypto-Tech, die auf Basis von Protokollumgebungen stattfinden.”

Das Besondere an DeFi ist, dass es ohne zentrale Finanzdienstleister wie Makler, Börsen oder Banken auskommt. Dienstleistungen (etwa Kreditaufnahme- und Vergabe, Verbriefung von Vermögenswerten oder Versicherungen) werden dezentral anhand von intelligenten Verträgen (Smart Contracts) abgewickelt.

Im Zusammenhang mit DeFi fallen stets auch Begriffe wie Yield Farming, Staking/Lending, Masternodes oder Liquidity Mining/Pools. Gemeint sind damit im weitesten Sinne Trading-Strategien, mit denen sich passives Einkommen (meist in Form von sogenannten Rewards) generieren lässt.
Wenn du mehr ins Detail gehen möchtest, lies unseren ausführlichen Artikel über DeFi-Swaps, Liquidity Pools und Yield Farming.

Zuflussbesteuerung von DeFi-Assets (Staking, Lending, Masternodes und Co.)
Die Möglichkeit, mit Krypto-Assets Rewards und damit passives Einkommen zu generieren, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. So werden sie besteuert:
Kursgewinne aus Krypto-Assets, die aus Staking, Lending, Masternodes, Liquidity Mining oder Yield Farming zufließen, werden beim Zufluss voll besteuert. Herangezogen wird hier der sogenannte gemeine Wert: 

„Der gemeine Wert ist jener, der mit Marktpreisdaten vergleichbar ist. In einem Entwurf des BMF ist die Rede vom Mittelkurs drei marktgängiger Börsenplätze. Dieser Mittelkurs wird herangezogen, um den Wert im Zeitpunkt des Zuflusses für den Besteuerungsanspruch zu ermitteln.”

Kommt es zu einer späteren Veräußerung der Rewards, so ist diese steuerfrei. Grundlage dafür bildet der fehlende Anschaffungsvorgang. Bei der Veräußerung ist ganz grundsätzlich die einjährige Haltefrist zu beachten. 

Wann muss ich keine Krypto-Steuern zahlen?

Das wichtigste zuerst: Wenn du Kryptowährungen über ein Jahr besitzt, dann ist der Verkauf stets steuerfrei, egal wie hoch dein Gewinn ist. Darüber hinaus gibt es vereinfacht gesagt zwei Szenarien, die dich von einer Steuerlast befreien:

1. Es werden keine steuerrelevanten Ereignisse realisiert. Das heißt, es gibt schlicht und einfach keinen Gewinn. (Warum eine Steuererklärung selbst bei einem Verlustszenario Sinn macht, erfährst du etwas weiter unten.)
2. Deine Gewinne bleiben unterhalb bestimmter Freigrenzen.

Wann du in Deutschland keine Steuern auf Kryptowährungen zahlst
Wann du in Deutschland keine Steuern auf Kryptowährungen zahlst

Das sind die Basics. Jetzt gehen wir mehr in die Details. In folgenden Situationen zahlst du keine Steuern:

Krypto-Gewinne unter € 600
Deine Kryptowährung-Gewinne sind steuerfrei, wenn sie weniger als € 600 pro Jahr betragen. Bei den € 600 handelt es sich um eine Freigrenze. Das heißt, sobald du einen Euro darüberliegst, musst du den gesamten Gewinn versteuern (also bereits ab € 601). Das Gegenstück zur Freigrenze ist der Freibetrag. Der Freibetrag beschreibt eine Geldsumme, bis zu der keine Steuern anfallen. Liegst du darüber, wird nur der Teil der Gewinne versteuert, der den Freibetrag übersteigt. Der Freibetrag kommt unter anderem bei Kapitaleinkünften zum Zug.

Krypto-Verluste
Damit ein Verlust steuerlich relevant wird, muss dieser innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist realisiert werden. Das Prinzip ist also ident mit der Steuerbarkeit von potenziellen Gewinnen, die nach einem Jahr ebenfalls von der Steuer befreit sind.


Pro-Tipp: Wurden innerhalb des Kalenderjahres 2020 Gewinne und innerhalb des Kalenderjahres 2021 Verluste erzielt, kannst du die Verluste von 2021 in das Jahr 2020 zurücktragen. Die transparente Auflistung der jeweiligen Gewinne und Verluste hast du mit der Krypto-Steuersoftware Blockpit dabei stets im Blick.

Krypto-Steuern: Verluste in Deutschland gegenrechnen und Steuern optimieren
Krypto-Steuern: Verluste in Deutschland gegenrechnen und Steuern optimieren

Kryptowährungen verschenken und spenden
Du kannst bis zu € 20.000 pro Jahr steuerfrei schenken (zum Beispiel Bekannten) und musst dabei auch nicht die Einjahresfrist beachten. Bei Ehepartner*innen liegt die Grenze gar bei € 500.000. Krypto-Spenden sind ebenfalls steuerfrei.

Kryptowährungen kaufen
Wer Krypto mit Fiat (also herkömmlichen Geld) kauft, muss dafür keine Steuern zahlen.

Account-Transfers
Wenn du Krypto bewegst, also von einer Wallet zur nächsten transferierst oder zu einer neuen Exchange mitnimmst, ist das ebenfalls steuerfrei. Wichtig ist dabei jedenfalls eine genaue Aufzeichnung. 

Krypto-Steuern: Account-Transfers sind in Deutschland steuerfrei
Krypto-Steuern: Account-Transfers sind in Deutschland steuerfrei

Was passiert, wenn ich keine Krypto-Steuern zahle?

Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) ist dafür zuständig, dass alle Steuerzahler*innen ihrer Steuerpflicht nachkommen. Wer sich nicht sicher ist, ob er oder sie das in der Vergangenheit korrekt getan hat, kann jederzeit proaktiv handeln und frühere Steuererklärungen ändern. Und wer gerade erst beginnt, regelmäßig in Kryptowährungen zu investieren, sollte von Anfang an eine Krypto-Steuersoftware wie Blockpit verwenden. Damit lassen sich binnen Minuten die eigenen Krypto-Steuern berechnen und zudem das gesamte Portfolio auf Jahre hinaus übersichtlich tracken.
Obwohl eher eine Ausnahme, kann es bei bewusst falschen Angaben zu Geld- und Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren kommen. Wahrscheinlicher sind hingegen Steuerrückzahlungen, Zinsen und Verspätungszuschläge.

Woher weiß das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), dass ich Kryptowährungen halte?

Viele glauben, dass der Handel mit Krypto anonym ist. Tatsächlich ist es so, dass Regierungen Krypto-Nutzer*innen zurückverfolgen können. Wie groß diese Anstrengungen aktuell sind, ist schwer zu sagen. Die Technologie dafür ist aber vorhanden. Zum Beispiel können Behörden durch die Analyse der jeweiligen Blockchain mittels spezieller Software Personendaten erheben und natürlich auch durch Druck auf Exchanges, die Herausgabe dieser Daten verlangen. Die weitreichende Einführung von KYC-Prozessen (Know your Customer) bei der Registrierung bzw. europaweite Anstrengungen –  Stichwort EU-Richtlinie DAC8 bzw. MiCA (Regulation on Markets in Crypto-Assets) –  sprechen für zunehmende Regulierungstendenzen.

Wie hoch ist die Krypto-Steuer, die ich bezahlen muss? 

Als Krypto-Steuersatz wird der gewöhnliche individuelle Einkommensteuersatz zugrunde gelegt. Dieser beträgt zwischen 14 % und 45 %. Der Solidaritätszuschlag, den alle bezahlen müssen, beträgt 5,5 % des Steuersatzes.

HTML Editor – Full Version
Steuersatz Unverheiratete Steuerzahler*innen Verheiratete Steuerzahler*innen
0% Bis zu € 9.744 Bis zu € 19.488
14-42% Bis zu € 57.918 Bis zu € 115.836
42% Bis zu € 274.612 Bis zu € 549.224
45% Mehr als € 274.612 Mehr als € 549.224

Muss ich auch Steuern auf Krypto-Gewinne zahlen, die bereits Jahre zurückliegen?

Ja. Du solltest über deine Kryptowährung-Transaktionen der letzten 10 Jahre Buch führen. Es besteht nämlich durchaus die Chance, dass du kontrolliert wirst. Und gerade im volatilen Krypto-Space können sich Beträge schnell summieren. Schwere Steuerhinterziehung liegt vor, wenn die hinterzogene Steuer mehr als € 50.000 beträgt. 

Am einfachsten ist eine durchgehende Dokumentation mit der Krypto-Steuersoftware von Blockpit, in der Transaktionsdatum, Wert in Euro zum Transaktionsdatum, Verwendungszweck und Empfänger übersichtlich und automatisch dokumentiert werden. Wenn du nicht sicher bist, ob du die Transaktionen deiner Kryptowährungen und -Assets richtig angegeben hast, solltest du dich am besten proaktiv an das BZSt wenden, denn es gibt eine Berichtigungspflicht unrichtiger Erklärungen.

Wo muss ich meine Krypto-Gewinne angeben und eintragen?

Die Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen und -Assets (Veräußerungen) musst du in der Anlage SO eintragen. Die exakte Höhe ermittelst du so: Veräußerungspreis (Verkaufspreis) abzüglich Anschaffungskosten und Veräußerungskosten. Den Überschuss musst du dann versteuern. Je nach Einstufung beträgt der Steuersatz zwischen 0 % und 45 %, der Gewinn fließt in das gesamte zu versteuernde Einkommen ein.
Achtung: Veräußerungsverluste können nicht mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Zusätzlich musst du Zuflüsse aus Staking, Lending, Masternodes und Co. in der Anlage SO angeben.

Die Steuererklärung kann in Deutschland manuell oder mittels Elster elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden – Anlage SO (Sonstige Einkünfte). Wichtig für deine Angaben ist auch das Hauptformular ESt 1 A.

Falls du Termingeschäfte abgewickelt hast, benötigst du zusätzlich das Anlageformular KAP.


Pro-Tipp: Die richtigen Formulare auszuwählen, ist eine Sache. Das korrekte Befüllen mit den exakt berechneten Beträgen in den entsprechenden Zeilen etwas ganz anderes. Bei Blockpit erhältst du einen rechtskonformen Steuerreport. Vereinfacht gesagt ist das ein PDF, indem bereits genau steht, wo du welche Beiträge in deiner Steuererklärung eintragen musst. 

Muss ich in meiner Steuererklärung meinen kompletten Krypto-Bestand oder nur meine Gewinne angeben?

Du musst in deiner Steuererklärung nicht angeben, wie viel Kryptowährungen oder -Assets du besitzt.
Allerdings musst du Gewinne für Krypto-Assets angeben, die du kürzer als ein Jahr (365 Tage) hältst und die bei der Veräußerung die Freigrenze von € 600 überschreiten. Es empfiehlt sich jedoch, diese Transaktionen trotzdem aufzuzeichnen und im Fall der Fälle (z.B. auch beim „Auscashen“) vorweisen zu können.

Wann muss ich meine Steuererklärung für Krypto-Assets einreichen?

Generell wird eine Steuererklärung immer für ein bereits zurückliegendes Jahr eingereicht. Wenn du also für 2021 deine Krypto-Steuern machen möchtest, kannst du das frühestens 2022 tun. 

Das deutsche Steuerjahr beginnt am 1. Januar und dauert bis zum 31. Dezember. In Deutschland galt Jahrzehnte lang der 31. Mai als der Tag der allgemeinen Abgabefrist für jährliche Steuererklärungen (und wir empfehlen nach wie vor, sich an dieses Datum zu halten).
2019 jedoch wurde die Abgabefrist um zwei Monate auf den 31. Juli verlängert. Fällt dieser Tag allerdings auf ein Wochenende, dann gilt der nächste Werktag. Das bedeutet für dich, dass du spätestens am 1. August 2022 deine Steuererklärung für das Steuerjahr 2021 einreichen musst. 

Besser ist natürlich, wenn du nicht auf den allerletzten Drücker wartest. Denn wer trotz der zwei zusätzlich gewährten Monate verspätet abgibt, muss mit einem höheren Verspätungszuschlag rechnen.


Pro-Tipp: Wenn du deine Steuererklärung über eine*n Steuerberater*in einreichst, dann hast du bis zum 28.2. des übernächsten Jahres Zeit. In diesem Beispiel wäre das der 28.2.2023.

Krypto-Steuern: Abgabefristen für die Steuererklärung 2021 in Deutschland
Krypto-Steuern: Abgabefristen für die Steuererklärung 2021 in Deutschland

Welche Berechnungsmethode wird bei meiner Steuererklärung herangezogen?

Gemäß deutscher Auslegung ist die First-in-First-out-Methode (FiFo) am besten geeignet, die Anschaffungskosten von Kryptowährungen und -Assets zuverlässig zu bestimmen. Das heißt: Die zuerst angeschafften Krypto-Assets (First-in) werden auch als Erstes wieder verkauft (First-out). Die Differenz dient als Grundlage für die Versteuerung späterer Erlöse und Gewinne.

Wie du deine Krypto-Steuern optimierst (und weniger Steuern zahlst)

Es gibt einige Möglichkeiten, wie du effektiv deine Krypto-Steuern optimieren kannst und dir dadurch mehr Geld bleibt. Die einfachste ist, Kryptowährungen und -Assets wie Bitcoin oder Ethereum für über 12 Monate zu halten. Egal wie hoch deine Gewinne sind, du musst sie nach einem Jahr nicht versteuern.
Darüber hinaus kannst du deine Steuerschuld minimieren, indem du ihr Ausgaben gegenüberstellst. Zu möglichen Ausgaben gehören Transaktionsgebühren (Gas Fees) oder Kosten für Wallets. Ebenfalls absetzbar sind die Kosten für eine Blockpit-Lizenz.

Wer aktiver und regelmäßiger traden möchte, sollte seine Accounts in unterschiedliche Wallets aufteilen. Leg dir eine Wallet für langfristige Investments zu (Hodl) und eine für Shortterm-Trading. So kannst du deine Kryptowährungen und -Assets sauber trennen und vermeidest, unabsichtlich Steuern zu zahlen.


Pro-Tipp: Die Kosten für deine Blockpit-Lizenz kannst du in das Feld „Werbungskosten im Zusammenhang mit dem Veräußerungsgeschäft“ eintragen. Du findest es in Zeile 46 der Anlage SO (2021). Hier kannst du auch die Anschaffungskosten für Wallets, Gas Fees und sogar Internet-Kosten angegeben.

Wie du Krypto-Steuern in Deutschland optimierst
Wie du Krypto-Steuern in Deutschland optimierst

Spezialfall Wash Trading: Das musst du wissen

Das steuerliche Realisieren von Verlusten (innerhalb von 365 Tagen ab Zufluss) ist eine beliebte Möglichkeit, die eigene Steuerlast zu reduzieren. Manche Trader*innen kaufen dabei oft die gleichen Kryptowährungen und -Assets nach kurzer Zeit wieder nach. Mit dem in den Medien oft genannten Begriff “Wash Trading”, das durch künstliche Marktaktivität eine Form der Marktmanipulation darstellt, hat dieser Vorgang aber nichts zu tun:

„Es gibt da eine relativ klare Abgrenzung, wie sich “Wash Trading” oder neutraler formuliert Portfolio-Optimierung einordnen lässt. Sie verläuft entlang der Linie, ob der Steuerpflichtige ein wirtschaftliches Risiko eingeht und es mit all den Vorgängen, die er setzt, auch voll mitträgt. Wenn das der Fall ist, dann liegt auch kein Gestaltungsmissbrauch vor.”


Über unseren Experten

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Mag. Georg Brameshuber ist Krypto-Treuhänder bei Validvent. Seine Expertise bringt er zudem als Co-Founder von drei Blockchain/DLT-bezogenen Unternehmen, sowie als Board-Member mehrerer Blockchain-Agenturen ein. Seit 2021 berät er Blockpit zu ertragsteuerlichen Fragen von Krypto-Assets.

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